Namensänderung

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Krumbija

Namensänderung

#1 Beitrag von Krumbija » Do Jul 05, 2018 9:58 am

Hallo ihr Lieben,


ich habe eine Frage an euch und hoffe auf eine eindeutige Antwort von jemandem.

Das Transsexuellengesetz sieht vor, dass man mind. drei Jahre in dem Bewusstsein leben muss dem anderen Geschlecht anzugehören. Erst dann wird eine Vornamensänderung möglich.

Muss ich mich in diesen drei Jahren auch schon in der Öffentlichkeit zeigen, Frauenkleidung tragen und mich Schminken?


Ich danke euch schon einmal und hoffe ihr könnt mir irgendwie weiterhelfen.


Liebe Grüße

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Mrs.Mojo-Risin
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Re: Namensänderung

#2 Beitrag von Mrs.Mojo-Risin » Do Jul 05, 2018 11:51 am

Hi,

Du musst deinem Thera nur ausreichend glaubehaft machen, dass es dir seit mindestens 3 Jahren schon so geht.
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duygu
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Re: Namensänderung

#3 Beitrag von duygu » Di Jul 17, 2018 12:20 am

Hey, ich hätte mal eine Frage dazu. Wie ist das wenn man sich auf eigene Kosten umoperiert, das Gesicht durch OP`s feminisieren lässt. Erfolgt die Namensänderung dann, da es ja offensichtlich ist ?

Liebe Grüße

Duygu

Fiona
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Re: Namensänderung

#4 Beitrag von Fiona » Di Jul 17, 2018 12:08 pm

Namens und Personenstandsänderung musst du beim Amtsgericht beantragen. Vom Gericht werden dann 2 Gutachter beauftragt (du kannst auch welche vorschlagen) und wenn die Gutachten positiv ausfallen, gibt es noch ein kurzes Gespräch mit dem Richter und dann kommt nach einer Weile Post mit der Änderung. Das ganze zieht sich über Monate und du kommst da nicht drumherum.

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Mrs.Mojo-Risin
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Re: Namensänderung

#5 Beitrag von Mrs.Mojo-Risin » So Nov 11, 2018 9:41 am

Toll jetzt war ich ausgeloggt, hab's nicht bemerkt und antworte deshalb nun auf einen uralten Post im Gästeforum, aber da ich ihn nunmal jetzt schon geschrieben habe warum nicht...



Das was Fiona sagt.

Der Prozess zieht sich eben 'ne Weile, kann deshalb etwas frustrierend sein, ist aber an sich ziemlich harmlos.
Bei den meisten Therapeuten ist die Sitzung zum Gutachten mehr oder minder reine Makulatur. Ich kenn Leute bei denen haben die Sitzungen 5 Minuten gedauert, weil der Thera die Veranstaltung für lächerlich befindet, weil was soll er dir denn sagen nachdem du vermutlich eh schon ein jahr bei wem anders auf der Couch gelegen hast und F64.0 eh mehr oder minder ne Diagnose ist die der Patient allein stellt.
Bei mir hat die eine Sitzung zwar gut 2h gedauert, aber auch das war total entspannt und mehr so'n Gespräch über Gott und die Welt beim Haffke in Kassel. Der hat auch gleich am Anfang gesagt dass er praktisch noch nie ein Negativgutachten ausstellen musste, aus den oben genannten Gründen.

Außerdem kannst du beim Gericht selbst zwei Gutachter vorschlagen, die meiner Erfahrung nach auch angenommen werden. Also ich habe z.B. meine Thera vorgeschlagen und dem Gericht gleich die hrt-Indikation mitgeschickt in der praktischerweise alles drin stand was in einem Gutachten zu stehen hat, die wurde akzeptiert und so hab ich mir eine Gutachtersitzung gespart. Ich weiss leider nicht mehr was die genauen Punkte sind, aber das lässt sich ja schnell ergooglen... Also sowas seit mindestens 3 Jahren den Drang trans zu sein und dass sich das aller Wahrscheinlichkeit nicht ändern wird usw.
Das Amtsgeriht in Frankfurt am Main hat mich damals übrigens nicht zur Anhörung einbestellt, allerdings war das auch zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle, also waren die evtl. grade etwas ausgelastet und habens deshalbverpeilt oder so. Der Positivbescheid über die PÄ war einfach irgendwann im Briefkasten...

Also die FFS hat damit weniger was zu tun, aber kannst du natürlich vorher machen, hab ich auch gemacht... glaube ich.^^
Ja doch hab' ich. Aso wenn du glaubst dass dich das beruhigt wenn du vorm Gutachter antanzen musst, warum nicht?

Das System wie's aktuell ist ist halt ziemlich sinnlos, aber noch muss man leider durch... aber dafür ist es wenigstens auch nichts vor dem man Angst haben muss.


Achso, aber was du jetzt schon ändern kannst ohne dass die amtliche PÄ gelaufen ist:
Du kannst mal bei deiner Krankenkasse anrufen und denen Sagen dass sie deinen Namen schonmal ändern sollen. Das geht schon vor der PÄ, auch wenn die sich da evtl. am Anfang etwas querstellen, weil keiner so richtig bescheid weiss. Ich hab damals dafür auch einen Nachmittag bei meiner KK mit 7 unterschiedlichen Leuten rumtelefoniert. :P
Ist halt insofern super praktisch, dass es a) nicht mehr so viele blöde Blicke und unangenehme Situationen beim Arzt gibt und b) Kann man die KK-Karte in vielen Situationen als quasi Perso-Ersatz benutzen.
Was auch geht ist dass du dich bei der Uni schon umbenennen kannst. Ich hab damals sogar vor der PÄ die Uni gewechselt mit schon neuem Namen und richtigen Personenstand und bis auf in der Verwaltung wusste niemand was von trans (Hoffentlich :P).
Also ich weiss nicht ob du grade studierst, oder nicht aber falls ja, geh einfach mal zum Lesben/Schwulen/Queer/was-auch-immer/Wurstbrot-Referat deiner Uni (Sowas hat jede Uni, im Zweifelsfall einfach mal googlen) die kümmern sich um sowas. Bei mir ist in Gießen damals sogar jemand von denen mit mir zusammen ins Verwaltungsbüro der Uni gegangen, nachdem die mit denen schon alles geklärt hatten. Ich musste mich eigentlich nur um ein Foto und meine Unterschrift kümmern.^^
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