An Betroffene und bitte schildert eure Erfahrung mit Geschlechtsindentitäts Störungen,

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Rosaroter Kaktus

An Betroffene und bitte schildert eure Erfahrung mit Geschlechtsindentitäts Störungen,

#1 Beitrag von Rosaroter Kaktus » Sa Jul 29, 2017 8:44 am

Hallo, ich habe mir vorgenommen das erste mal über etwas zu schreiben, was ich mich so nicht getraut habe bisher.ich. Fühle mich etwas unentschlossen momentan und habe innerlich Druck und weiß nicht wie oder was ich nun machen soll, ich bin mittlerweile 29 Jahre und habe bereits zwei Kinder, lebe jedoch getrennt von der Mutter. Ich habe mir schon mal Gedanken darüber gemacht das Geschlecht zu wechseln, da ich lieber die Rolle der Frau gehabt hätte als ich auf die Erde kam aber das konnte ich mir da ja leider nicht aussuchen. Eigentlich ist es etwas komplizierter und komplexer, aber ich versuche die wichtigsten Dinge zu erklären in wenigen Worten. Ich habe damals, ich war vielleicht 5-7 Jahre alt einen Freund gehabt, dieser Freund war der einzige der mich damals bereits verstand und ähnliche Neigungen hatte und sich auch wie ich eher als Mädchen sah und fühlte.eines Tages war er jedoch nicht mehr da, weil sein Vater arbeit wieder in Frankreich angenommen hatte. Wir sahen uns dann fast 13 Jahre später wieder und wir haben immer noch beide über diese Sachen gesprochen. Er akzeptierte es bereits ein Mann zu sein, ich habe es nie so wirklich geschafft jedoch. Er war Medizin Student mittlerweile und verstand mich gut und behielt auch meine Geheimnisse. Er redere mir sogar noch zu ich soll das machen was ich will und womit ich am besten leben kann und möchte, wir sind nur freunde aber er will mich unterstützen wenn ich es will. Ich weiß nur nicht ob ich mit fast 30 Jahren und zwei Kindern im Leben diesen Schritt noch machen will, da ich große Angst habe Menschen zu verlieren. Aber irgendwann wird es auch unerträglich und frisst mich innerlich auf. Ich habe zudem nicht viel gute Erfahrungen mit Frauen gemacht, wahrscheinlich auch da ich mich selbst eher in der Rolle gesehen habe und die Partnerschaften mit Partnerinnen waren auch gefühlt merkwürdig. Ich bin nicht schwul, habe aber auch keine Vorurteile darüber. Als meine Cousine vor zwei Jahren sich als lesbisch geoutet hat war es auch nicht so schlimm wie gedacht, darauf hin hatte ich mich selbst innerlich auch noch mal gefragt ob ich es auch tun könnte und mich als trans?! Zu outen. Aber ich habe mich nicht getraut, zu groß war die Angst, vor allem wie ich das meinen Kindern gegenüber erklären müsste. Ich denke das ich wahrscheinlich den Zug sozusagen schon verpasst habe, aber ich probiere damit zu leben irgendwie. Was meint ihr, ist 30 zu spät dafür und wie damit umgehen wenn man bereits Kinder hat und wie war das bei euch so...

Tobi123
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Re: An Betroffene und bitte schildert eure Erfahrung mit Geschlechtsindentitäts Störungen,

#2 Beitrag von Tobi123 » Mo Jul 31, 2017 10:33 pm

Hi :)

also erstmal: Zu spät ist es nie! Zugegeben es kann ziemlich schwierig werden, aber das wäre es auch geworden wenn du früher angefangen hättest.
Es gibt so Viele Transleute die sich erst outen bzw. anfangen so zu leben wie sie eigentlich sind, die so viel älter sind als du.
Der Druck nimmt mit der Zeit auch nicht ab, die Wenigsten können sich mit dem physischen und sozialen Geschlecht in das sie hineingewachsen sind arrangieren.
Und arrangieren heißt auch nicht zufrieden geschweige denn glücklich zu sein. Die Frage ist nämlich ob man ein Leben leben möchte das man am Ende nur bereut.
Zunächst einmal solltest du deshalb herausfinden was du wirklich möchtest. Das kann dauern, aber nimm dir die Zeit.
Es macht keinen Unterschied ob du mit 30 weißt wo du hin möchtest oder erst mit 33. Such dir vllt. einen trans* erfahrenen Therapeuten und knüpf Kontakte mit anderen Trans Personen die können dir vllt.
den Denkanstoß geben den du brauchst. Und wegen der Kinder: Ich kann mir vorstellen dass das problematisch für dich ist, aber sieh es mal so. Was für ein Vorbild wäre man wenn man seinen Kindern eine Lüge vorlebt?
Ich weiß dass das Alles nicht leicht wird und das es leichter gesagt ist als getan, aber wenn du es wirklich willst ist es das Wert und wenn du selbst komplett dahinter stehst wirst du niemanden verlieren der dich wirklich liebt.
Wie dem auch sei. Wünsch dir alles Gute was auch immer passieren wird :)

LG, Tina

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